Le rouge et le noir
Die Collage greift ein Hauptthema des französischen Romans „Le rouge et le noir“ von Stendhal auf: Den gesellschaftlichen Aufstieg des Protagonisten Julien Sorel und dessen blutiges Ende. Der Roman zeigt, wie weit Menschen gehen um Karriere zu machen.
Dabei geht es nicht nur um ein Individuum, sondern um ein gesellschaftliches Phänomen. In der napoleonischen Zeit war Karriere auch für mittellose junge Leute im Militär möglich. Julien träumt von einem solchen gesellschaftlichen Aufstieg als Offizier. In der Restaurationszeit ist ihm dies aber verwehrt. Ihm bleibt also nur der Weg über den Klerus, wenn er Zugang zu den oberen Gesellschaftsschichten bekommen will. Im Priesterseminar stellt Julien fest, dass nicht nur er um seines persönlichen Vorteils Willen Frömmigkeit heuchelt, sondern fast alle angehenden Priester aus pragmatischen Gründen das Seminar besuchen.
Auch heute nehmen die Menschen für eine Karriere oft viel in Kauf. In der Geschäftswelt sind Verhaltensweisen gefordert, mit denen sich nicht jeder identifizieren kann. Wie Julien Sorel, dessen Aufstieg letztendlich auch der Grund für seinen Untergang ist, muss jeder sich der Frage stellen, ob eine solche Karriere sich am Ende für sein persönliches Glück bezahlt gemacht hat, oder ob er für seine Karriere bezahlt hat.
